Petroleumlampe

Flamme der Liebe


Es beginnt harmlos. Ein leichtes Brennen nach dem Abendessen. Dann ein Aufstoßen. Dann das Gefühl, man hätte aus Versehen eine kleine Taschenlampe verschluckt, die sich direkt hinter dem Brustbein eingeschaltet hat.

Die medizinische Erklärung:
„Das wachsende Kind drückt auf den Magen, wodurch Magensäure in die Speiseröhre zurückfließen kann.“

Die tatsächliche Erfahrung:
„Ich bin ein feuerspeiender Drache in Menschengestalt.“

Nichts hilft. Weder Milch („brennt nur cremiger“), noch Kaugummi („jetzt schmeckt die Lava nach Minze“), noch der Tipp, „aufrecht zu schlafen“ – was letztlich bedeutet, auf drei Kissen zu thronen wie eine missmutige Cleopatra.

Und immer gibt es jemanden, der sagt:
„Sodbrennen? Dann hat dein Baby bestimmt viele Haare!“

Eine hübsche Volksweisheit. Aber wenn das stimmen würde, müsste das Kind mit einer Mähne geboren werden, die man flechten kann.

Sodbrennen ist keine romantische Flamme. Es ist ein nächtlicher Reminder, dass Liebe nicht nur wärmt, sondern manchmal brennt – buchstäblich.

Und trotzdem: Man erträgt es. Weil man weiß, dass es irgendwann vergeht. Und dass selbst der Drache am Ende ein Kind im Arm hält.

Liebe, wenn sie wächst, ist nie nur süß – manchmal ist sie Magensäure mit Bedeutung.


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