Story behind Rendjana
In Jogja gibt es sego kucing – wörtlich: „Katzenreis“.
Der Name klingt verspielt, aber er beschreibt die Portion: so klein, dass sie gerade für eine Katze reichen würde.
Sego kucing besteht aus einer Handvoll Reis, etwas Sambal, getrocknetem Fisch oder Tempeh, eingewickelt in Bananenblatt. Man findet ihn meist in Angkringan – jenen kleinen Straßenständen, die abends erscheinen, wenn das Licht schwächer und die Gespräche weicher werden.
Ein Angkringan ist kein Restaurant, sondern eine Bühne für das nächtliche Alltägliche: Ein Holzwagen mit Petroleumlampen, Teekannen und gorengan – frittierte Snacks wie Tempeh, Tofu oder Bananenstücke. Dazu Spieße aus Innereien oder Schnecken, und das heimliche Highlight: ceker – Hühnerfüße.
Die Javaner sagen, wer gern Hühnerfüße knabbert, ist gemi – jemand, der gut mit Geld umgehen kann. Vielleicht, weil man lernt, aus wenig viel zu machen. Oder weil man weiß, dass Geschmack nicht vom Preis abhängt.
Ein Angkringan ist ein Ort der Zwischentöne. Wo Hitze, Staub und Menschlichkeit ineinander übergehen. Wo man allein sitzen darf, ohne einsam zu sein.
In Rendjana steht der Katzenreis für genau das: die Kunst, das Schlichte zu lieben. Das Kleine zu teilen. Und zu verstehen, dass manche Nächte nicht satt, sondern still machen.
Vor Rendjana
Ein Kolonel hatte einmal eine Psychiaterin um ein Date gebeten.
Sie sagte: „Gern. Gleich in Angkringan.“
Als ich das hörte, musste ich den Kopf schütteln.
„Ernst jetzt?“
Doch die Psychiaterin lächelte nur.
„Why not?“
Tja.
Was soll ich dazu sagen?
Manche Figuren haben längst ihre eigene Geschichte geschrieben.
Und ich?
Ich bin nur Archiv.
Manche Geschichten warten nicht auf ihre Autorin.
Ra Pumtorain
Sie beginnen einfach zu leben.